Bereits 600 Unterschriften für Petition zum Radweg Hermsdorf-Weixdorf gesammelt

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen verzeichnet einen ersten Erfolg: Bereits 600 Menschen haben die Online-Petition für einen straßenbegleitenden Radweg entlang der Staatsstraße 59 zwischen Hermsdorf und Weixdorf unterzeichnet.

Die Unterschriftensammlung startete am 25. Mai 2024, nachdem bekannt wurde, dass der Freistaat die bereits begonnenen Planungen abbricht. Bereits 2005 wurde der Bedarf der Nord-Süd-Verbindung in der Sächsischen Radverkehrskonzeption festgestellt. Nachdem diese in der Priorität zugunsten von Projekten für den Autoverkehr überraschend zurückgestellt wurde, reagierte der ADFC Sachsen umgehend mit der Petition.

„Für uns bleibt es unverständlich, wie es passieren kann, dass immer wieder Projekte für sichere Radwege in der Priorität zurückgestellt werden und der Freistaat über Jahre hinweg untätig bleibt“ sagt Isabell Gall, Referentin für Radverkehr in ländlichen Räumen beim ADFC Sachsen. „Ein straßenbegleitender Radweg entlang der S 59 wäre für den Schülerverkehr von großer Bedeutung. Gleichzeitig würden viel mehr Menschen mit dem Rad zur Arbeit, in den Supermarkt und am Wochenende ins Grüne fahren, wenn dies auf einem sicheren Radweg möglich wäre“ weiß Gall. Aktuell ist die Straße mit etwa 5.000 Autos täglich schon stark befahren. Nach geltenden Regelwerken muss bei mehr als 2.500 Autos am Tag ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden. Der Fahrrad-Club sieht perspektivisch einen weiteren Anstieg der Verkehrsbelastung durch die Ansiedlung von TSMC im Dresdner Norden. „Umso entscheidender ist es, dass der Freistaat nun endlich tätig wird und eine Radverbindung zwischen Hermsdorf und Ottendorf baut“ fordert Gall vom ADFC.

Die Unterschriftensammlung des ADFC läuft noch bis August. Die Petition für den Radweg an der S 59 ist auf OpenPetition zu finden: www.openpetition.de/s59

Hintergrund

Über 5.000 Autos befahren täglich die S 59 im Abschnitt zwischen Weixdorf und Hermsdorf. Schon in der Sächsischen Radverkehrskonzeption von 2005 war der Abschnitt als Schulweg gekennzeichnet, an dem es Bedarf für einen Radweg gibt. Der Bedarf hat sich bis heute nicht geändert: Auch heute hat die S 59 als wichtige Nord-Süd-Verbindung sehr großes Potential, für Freizeitradverkehr, Radpendler und den Schülerverkehr auf zwei Rädern.

Nachdem die Planungen für die Radwegverbindung bereits begonnen hatten, ließ der Freistaat Sachsen Ende 2023 verlauten, die begonnene Planung für den Radweg sei aktuell zugunsten anderer Projekte für den Autoverkehr zurückgestellt.

Der Freistaat Sachsen hat sich dazu bekannt, Menschen, die auf das Rad angewiesen sind, sichere Wege anzubieten. Die von CDU, Grünen und SPD politisch beschlossene Förderung des Radverkehrs in Sachsen muss sich auch im realen Planungsgeschehen widerspiegeln. Der Bau des Radwegs an der S 59 ist für eine zukunftsfähige Verkehrsentwicklung rund um Silicon Saxony ein unverzichtbarer Baustein. Die Planungen für das Radwegprojekt müssen daher schnellstmöglich zum Abschluss gebracht und der Bau zügig begonnen werden.

Der Radwegebau in Sachsen geht insgesamt nur sehr schleppend voran: Nur etwa 17% der sächsischen Staats- und Bundesstraßen sind bisher mit einem Radweg ausgestattet. Dabei will Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig bis 2025 noch fast 500 Kilometer Radweg an Staats- und Bundesstraßen von höchster Priorität fertigstellen. Dass dieses Ziel noch zu erreichen ist, glaubt in Fachkreisen niemand mehr. Auch Sachsens schwarz-grün-rote Regierung hat sich Ende 2019 noch einmal ausdrücklich vorgenommen, Bedingungen zu schaffen, damit sich der Radverkehr im Freistaat bis 2025 verdoppelt. Bisher sieht es aber nicht so aus, als dass der Radwegebau an Bundesstraßen durch diese Absichtserklärung nun Fahrt aufnehmen würde.

Nicht nur der ADFC, sondern auch der Sächsische Landesrechnungshof kritisiert das langsame Tempo beim Radwegeausbau in Sachsen. In seinem Bericht stellte er in diesem Sommer fest, dass die Zielvorgaben der Radverkehrskonzeption von 2014 nicht im Einklang mit den tatsächlichen Kapazitäten und den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln stehen. Auch der Rechnungshof sagt: Vom Ziel, die in der Radverkehrskonzeption vorgesehenen Radwegabschnitte im geplanten Zeitrahmen fertigzustellen, sei der Freistaat Sachsen weit entfernt.


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